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Overstatement
Eine Autograph von Savinelli ist nach fast einhelliger Darstellung der (meist) älteren Literatur ein ganz besonderes Juwel - "individuell wie ein Fingerabdruck", so seinerzeit J. Verdaguer in seinem Pfeifenraucher-Brevier, ja "auch in Sammlerkreisen höchst begehrt", wie Richard Carleton Hacker noch im Jahre 2000 draufsetzt. Die Spitzenstücke der sonstigen Fabrikmarke werden zumindest verbal hoch gehandelt (links eine Autograph aus meiner Sammlung). Mir erschließt sich diese Lobhudelei zumindest anhand neuerer Stücke nicht. Es sind durchaus gute Pfeifen, in den oberen Gradierungen auch hinreißend gemasert. Doch liefern viele italienische Midgrader heute vergleichbare Qualität für weniger Geld. Wobei sie auch designerisch oft mehr Abwechslung bieten. Die Aura einer gewissen Lieblosigkeit umhüllt diese Pfeifen, von denen in Sammlerkreisen weit weniger die Rede ist, als es genannte Bücher suggerieren. Zwar wird darunter höchst selten eine echte Niete sein, doch ebenso rar ist genuine Originalität. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, ob ihre Herstellung wirklich so anders verläuft als bei preiswerteren Stücken aus gleichem Hause. Das passt zu meinem Gesamteindruck dieser Marke: Durchweg erscheinen mir Savinellis leicht überteuert - von den Allerwelt-Serien bis hin zu den 'exklusiven Unikaten'. In jeder Klasse gibt es meines Erachtens bessere, erschwinglichere Alternativen anderer Hersteller. Da sich dieses Overstatement auch - nun aber zum Nachteil der Verkäufer - in den Preisen auf dem Estate-Markt widerspiegelt, kann der Geneigte dort seine Sammlung um eine Autograph oder Guibileo d´oro vervollständigen. Dabei dürfte ein Fehlgriff dann selten sein. |
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© 2004 und ViSdP Martin Farrent |