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Arbeitsethos
Als Larry Roush erfuhr, dass ich die nebenstehende Pfeife neuwertig von einem Sammler in den USA erworben hatte, schrieb er mich an, um sich nach ihrer Herstellungsnummer und meinem Eindruck zu erkundigen. Allein dies verdeutlicht die Einstellung eines Spitzencarvers zu seinem Werk. Die einmal hergestellte Pfeife bleibt für immer seine persönliche Angelegenheit, ganz gleich, wann sie einst seine Werkstatt verließ. "Ich mache mir immer Gedanken, wenn ein Sammler seine erste Roush erhält", schrieb Larry. Das ist eine Haltung, die mit Perfektionismus einhergeht, und so ist Roush vor allem für die optimalen Raucheigenschaften seiner Pfeifen bekannt. Diesbezüglich ist mir keine noch so pingelige Beschwerde zu Ohren gekommen. Eine Roush ist die archetypische 'Raucherpfeife', von der Bohrung bis zur Balance. Dass seine Formen in Deutschland mitunter kritisiert worden sind, bleibt mir persönlich ein Rätsel. Als Gestalter fehlt ihm zwar die Vielseitigkeit seines - vielleicht einzigen - US-Äquivalenten Trever Talbert. Noch höher liegt aber wohl seine Wiedererkennungsrate: Man kann die typische Gedrungenheit einer Roush noch am anderen Ende eines Fussballfeldes ausmachen. Wer diesen Grundtyp nicht mag, wird die ihm zusagende Roush wohl kaum je finden. Roushs wirkliches Stilelement scheint indes weniger die Form als die Oberfläche. Tief zerklüftete und dennoch weich wirkende Rustizierungen, aber auch geradezu 'geologische' Sandstrahlergebnisse lassen glatte Roushs gar gewissermaßen unvollständig erscheinen. Das ist gut so; denn es schont die Geldbörse wenigstens um das Tüpfelchen auf dem i. |
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