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Ein bewegtes
Leben
Wohl kaum ein Pfeifenmacher kann es an biografischer Fülle mit dem 1991 verstorbenen Fritz Becker aufnehmen. Als Jude flüchtete der Österreicher in den 30er Jahren aus Wien. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Aufklärungsoffizier der britischen Armee, vor allem als Experte für Sprachen. Nach 1945 ließ sich Becker dann in Rom nieder, wo seine Tätigkeitsfelder vielfältig waren: Künstler, Bildhauer, Designer - und Botschafter des Jüdischen Weltkongresses beim Vatikan. Als Pfeifenmacher - eine weitere Begabung - gründete er 1979 mit seinem Sohn Paolo eine eigene Marke, deren Grundrichtung noch heute durch seine Formensprache mitbestimmt wird. Diese Partnerschaft zwischen Vater und Sohn hob sich durch ihre äußerst symbiotische Natur von ähnlichen Konstellationen ab. Nie gab es beispielsweise einen so klaren Stilunterschied wie zwischen Emil und Jess Chonowitsch. Gleichwohl und trotz der Hochachtung, mit der Paolo von seinem Vater spricht, erreichten die Pfeifen von Fritz meines Erachtens nicht ganz die Klasse der heutigen Werke seines Sohnes. Das dürfte natürlich unter anderem an der (inzwischen) längeren Schaffenszeit Paolos liegen. Möglicherweise wiegt aber auch aktuelles Formenempfinden bei diesem Urteil mit. |
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