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Pfeifenbox |
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| Carver |
"Mehr Leute an die Pfeife heranführen"Jan Zeman ist sich ziemlich sicher, der einzige neuseeländische Pfeifenmacher zu sein. Möglicherweise vertritt er gleich auch das 'Nachbarland' Australien pipologisch. Dorthin führte zunächst sein Weg, als er nach dem sowjetischen Einmarsch von 1968 die damalige Tschechoslowakei verließ. Nach sechs Jahren zog es ihn aber in die üppigere Natur der Doppelinsel - die nach seinem eigenen Bekunden auch Inspiration für seine Tolkien-Serie 'Lord of the Pipes' liefert. "Neuseeland ist schließlich Mittelerde", sagt Jan. |
Jan Zeman kam aus Europa nach
Neuseeland. |
Um gleich bei seinen Tolkien-Pfeifen zu bleiben: Anders als die Musketen großer und kleiner Konkurrenten erheben die Pipen von Jan keinen an den Haaren herbei gezerrten Authenzitätsanspruch. Anstatt die spärlichen und weitgehend nutzlosen Hinweise im Trilogietext mit historisch angehauchten Zwittern zu illustrieren, verfolgt Zeman lieber die eigenen Tangenten zum literarischen Werk. Annahmen darüber, was Tolkien sich vorgestellt haben mag, stellt er nicht an: "Wenn ich eine Form fertig habe, frage ich mich und meine Frau, ob ein Hobbit diese Pfeife auch rauchen würde. Würde er sie mit feinem Kraut stopfen, sich auf den moosbedeckten Waldboden legen und zuschauen, wie sich der Rauch zwischen die Bäume in den blauen Himmel emporkringelte?" Ansonsten ist Zemans Bandbreite groß. Neben geräumigen Freehands (Signature) und konservativeren Handmades (Gentleman's Retreat) produziert er unter anderem die Serie 'Latitude 41'. Diese maschinell vorgefertigten Stücke arbeitet er in seiner Werkstatt nach und verkauft sie zu Stückpreisen um 40 Euro (Ende 2003). "Ich achte dabei eher auf gute Rauchbarkeit als auf das Aussehen", erklärt Jan. "Wenn nötig, korrigiere ich zum Beispiel die Bohrung und erweitere den Rauchkanal auf vier Millimeter. Gleichzeitig öffne ich die Mundstückbohrung entsprechend, um einen leichteren Zug zu gewährleisten. Ich feile den Biss flacher und dünner, damit er komfortabler wird. Getönt wird dann lediglich auf Spiritusbasis und poliert nur mit Carnubawachs, damit das Holz atmen kann." Sinn dieser Serie ist es, auch einkommensschwächere oder kostenskeptische Raucher an manche Vorzüge der Handgemachten heranzuführen. "An jeder Latitude-Pfeife nehme ich von Hand 13 Änderungen vor. Das Endresultat ist eine Pipe mit natürlichem Finish und guten Raucheigenschaften. Vielleicht gewinnt sie keinen Schönheitswettbewerb, doch garantiert sie für kleines Geld ein großartiges Raucherlebnis." Es steckt in dieser Haltung sicherlich auch eine generöse Dosis Mission: "Ich glaube, dass es wichtig ist, mehr Leute an den Genuss des Pfeiferauchens heran zu führen. Wir müssen Pfeifen herstellen, die sie nicht schon beim ersten Versuch vertreiben, sondern zu weiteren Experimenten mit besseren Pfeifen animieren." Denn als Pfeifenraucher ist Zeman auch ein ganzes Stück einsam: "Im Schnitt treffe ich hier rund zweimal im Jahr einen anderen Pipenliebhaber. Das ist dann immer ein großes Ereignis, eine feine Ausrede für eine gemeinsame Pfeife, einen Schwatz und vielleicht auch ein Bierchen." Ansonsten kommuniziert Jan vor allem virtuell mit seinesgleichen und fühlt sich daher als "Teil der globalen Szene". Und wie so viele Menschen vom anderen Ende der Welt reist er auch ausgiebig. "Immer, wenn ich in dabei Europa bin, versuche ich, so viele Pfeifenmacher wie möglich zu besuchen." Im Sommer 2004 haben vor allem deutsche Raucher gute Chancen, den Mann aus Mittelerde kennen zu lernen; denn Jan hat sich bereits für Rolf Osterndorffs Europäische Pfeifenshow in Cuxhaven angemeldet. Vom weiten Ozean zum Watt. Die Website von Jan: http://www.zemanpipes.com |
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(31. Dezember 2003) |
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© 2003 und ViSdP: Martin Farrent