| Interview |
Cuxhaven im AugustDie European Pipe & Tobacco Show 2004 findet vom 13. bis 15. August in Cuxhaven statt. Veranstalter Rolf Osterndorff hat die Halle bereits reserviert und die Eintrittspreise festgelegt. In einem Interview erläutert er Beweggründe und Erwartungen. |
Eingang zur
Kurparkhalle |
Was reizt dich an der Idee einer Pfeifenshow in Deutschland? R.O: Ich habe auf den Pipe Shows in Amerika soviel Spaß gehabt und so viele nette Leute kennengelernt, dass ich mir den Spaß auch hier gönnen möchte. Warum soll ich dazu jedesmal in die USA reisen? Ich bin eigentlich kein Schreibtischmensch und brauche die Action. Der persönliche Kontakt zu Kunden im Geschäft oder zu Besuchern einer Pipeshow ist für mich ein wesentlicher Grund für mein E-Commerce. Für mich ist der Computer dabei nur Mittel zum Zweck. Ich werde sicher nicht am PC vereinsamen und Kontakte nur noch per Email haben. Ist Cuxhaven der geeignete Ort? R.O: Cuxhaven ist mit über drei Millionen Übernachtungen pro Jahr das größte deutsche Nordseeheilbad. Wir haben hier Stammgäste, die seit über dreißig Jahren kommen. Wegen unserer guten Luft haben wir mittlerweile fast das ganze Jahr über Saison. Pfeifenrauchern, die hier Urlaub machen, biete ich an, ihre Brösel [Anm:Ostendorff-Slang für 'Pfeifen'] aufzuarbeiten, während sie wattlaufen, das Wrackmuseum besichtigen, Fahrradtours machen oder mit dem Schiff nach Helgoland fahren und zollfrei einkaufen. Außerdem kann man hier golfen und reiten. Die dänischen Pfeifenmacher, die im vergangenen Jahr hier waren, sind gerne gekommen - auch wegen der kurzen Anreise. Rainer Barbi hat es nicht weit, und Karl Joura und Günter Kittner sind aus Bremen auch schnell hier, wenn sie denn kommen wollen. Die Englandfähre fährt seit dem letzten Jahr von Cuxhaven aus. Bremen und Hamburg sind als Flughäfen nicht weiter entfernt als der O'Hara Airport vom Pheasant Run Resort in St. Charles/Chicago. Ich habe mit unserem Flughafen Nordholz gesprochen: Auch der könnte jederzeit angeflogen werden. Dann wären es nur zehn Minuten nach Cuxhaven. Aber das ist Zukunftsmusik oder bleibt ein Traum. Gearbeitet wird jedenfalls dran. Für etliche Amerikaner ist Cuxhaven ein historischer Ort. Vom Steubenhöft aus sind über fünf Millionen Menschen aus Deutschland ausgewandert. Ich weiß in Deutschland keinen geeigneteren Ort für eine internationale Pipe Show. Man liest derzeit von Plänen für bis zu 300 Ausstellertische. Steht denn die Größenordnung der Veranstaltung schon fest, oder befinden sich solche Fragen noch in der Diskussionsphase? R.O: Ich habe die Kurparkhalle mit 750 Quadratmeter angemietet, und die Pipe Show wird schon vor Weihnachten im neuen Veranstaltungskalender der Stadt Cuxhaven beworben. Die einschlägigen Fachzeitschriften werden auf die Show aufmerksam machen, und die Mund-zu-Mund-Propaganda wird ein Übriges dazu beitragen. Und dann schau'n wir mal.... Welche Dimensionen die Pipe Show annimmt ist nun abhängig von Austellern, die bereit sind, her zu kommen und ihre Tischgebühren zu bezahlen, und von Besuchern, die für das Bröselgewese die Anreise in Kauf nehmen und den Eintritt bezahlen. Fest steht, daß die Schau auf 750m² in der Kurparkhalle stattfindet. Einzelheiten sind in der Planung und werden unverzüglich bekanntgemacht. Wie sollen die notwendigen Investitionen wieder eingefahren werden? R.O: Langfristig! [Rolf lacht.] Wie viele Zuschauer brauchst du, damit sich die Sache auch für die Aussteller rentiert? R.O: Das ist keine Frage der Besucheranzahl, sondern eine Frage des Verkaufserlöses. Aber auch das muss man langfristig sehen. Es hängt zum größten Teil vom Austeller und von seiner Ware ab. Ich biete Sammlern, Händlern und Pfeifenmachern die Möglichkeit, sich zu präsentieren, bin aber nicht für deren geschäftlichen Erfolg verantwortlich. Ich biete Besuchern eine Schau, die sie bei ihrem Fachhändler nicht erleben. Frank Burla hat vor dreißig Jahren mit ein paar Pfeifenrauchern in seiner Wohnstube angefangen, und heute ist Chicago die größte Pipe Show der Welt. Sowas muß sich entwickeln. Ich habe allerdings keine dreißig Jahre mehr Zeit. Für einige Austeller rentiert sich bereits die Teilnahme an der ersten Veranstaltung, und für andere Aussteller rentiert sich keine Veranstaltung, nur: Die Einen merken es früher, die Anderen später. So ist es auch mit Besuchern. Einige machen ihr Schnäppchen, und andere wandern gefrustet wieder ab. So spielt halt das Leben. Für mich ist es entscheidend, daß die European Pipe & Tobacco Show sich etabliert und bei allen Beteiligten zum Jahresbeginn als Termin in den Kalender eingetragen wird. |
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(27. Oktober 2003) |
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