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Von Tolkien bis transatlantisch

 
  Nils Thomsen in seinem Laden

Der umtriebige Berliner Nils Thomsen (www.nils-thomsen-pipes.de) und sein Tabakskollegium veranstalten am letzten Novemberwochenende, jeweils ganztägig, die 1. Berliner Pipeshow. Es haben sich einige größere Firmen angesagt, darunter nach Angaben Thomsens Ermuri und Stanwell Tabak. An Pfeifenherstellern werden beispielsweise Zettervig (Dk), Klaus-Dieter Billerbeck, Lutz Merker und Manuel Shaabi erwartet. Dazu kommen einige Einzelhändler und Estate-Verkäufer. In einer Sonderaktion werden gebrauchte Pfeifen gesammelt, die im Zuge der von Frank Zander betriebenen Weihnachtstafel für Obdachlose am 22. Dezember im Hotel Estrel neue Besitzer finden sollen. Weiter plant das Kollegium anlässlich der Vorführung des dritten Teils der Filmtrilogie 'Herr der Ringe' ein LOTR-Pfeifenfestival. Es findet am 27. Dezember statt, passenderweise in Zusammenarbeit mit Hersteller Vauen, der mit Pipen im vermeintlichen Tolkien-Stil eine mögliche Animierwirkung des Films einzufangen versucht.

Online-Händler Heiko Jahr (pfeifenantiquariat.de) schielt über den großen Teich - nach eigenen Angaben aber nur mit halbem Auge. Der Leipziger will nämlich Anfang Dezember eine englische Version seiner Website live schalten, bleibt aber mit seinen Erwartungen fest auf deutschem Boden verankert. Sorgen, dass ein amerikanisches Engagement auch zu neuweltlichen Preisen führen könnte, tritt er entgegen. Die übersetzten Seiten sollen lediglich eine Hilfe für eher zufällige Besucher aus dem Ausland sein. Ein großartiger Einstieg in den amerikanischen Markt sei hingegen nicht geplant. Auch für Überseeische würden die Preise übrigens in Euro ausgezeichnet - und zu den tagesaktuellen Umtauschkursen berechnet. "Es wird keine Angleichung an die zum Teil verrückten US-Preise geben", versichert Heiko, der es - nebenher gesagt - tendenziell besser findet, wenn "europäische Estates in Europa bleiben".

Schon seit rund zwei Monaten fährt auch Stefan Rajek von estatepipes.de eine zweisprachige Site. Auch er betont, dass es bei der Auszeichnung in Euro bleibt. Die englischen Seiten seien auf Wunsch bereits bestehender Interessenten im Ausland entstanden - das seien übrigens nicht nur Amerikaner, sondern beispielsweise auch Franzosen, Italiener und "überraschend viele Japaner. Die Preise sind von der Internationalisierung aber nicht berührt."

Eine zweitägige Präsentation der Sorte 'Carver Lite' gab es Mitte November im Bonner Pfeifen- und Cigarrenhaus von Willi Weber. Vertreten waren zwar nicht die Macher von L'Anatra und Rover Art, wohl aber ihre deutsche Distributorenfirma - mit Ware in hoher Stückzahl. Auf diese Weise sicherte sich Weber (wenn auch nur für zwei Tage) ein für Provinzverhältnisse als gigantisch zu wertendes Angebot von über 200 L'Anatras und Rovers. Derweil werden Gastauftritte italienischer Wanderzirkusse auch aus anderen deutschsprachigen Gegenden gemeldet. Schon gibt es allererste Zeichen einer Italien-Müdigkeit unter den Event-Gängern. Mancher würde gerne einmal wieder einen Dänen erleben...

Piepenhoeker Rolf Osterndorff arbeitet weiter an seiner European Pipe & Tobacco Show im kommenden August. Inzwischen hat er auf seiner Website (www.piepenhoeker.de/) auch erste Ausstellernamen veröffentlicht. Darunter findet sich neben bekannten deutschen Carvern der aus Rumänien stammende Wahlamerikaner Rolando Negoita. Dessen eigenwillige Formen haben auch hiesige Sammler schon zum Hingucken veranlasst, und somit kann Rolf für seine Show eine erste Deutschland-Premiere reklamieren. Weiterhin liegt allerdings noch viel Überzeugungsarbeit vor ihm, wenn das Ziel des transatlantischen Schulterschlusses in der Pfeifenwelt erreicht werden soll. Andere US-Vertreter bekunden im Privatgespräch zwar ebenfalls Interesse an einer Teilnahme in Cuxhaven, warten aber gespannt die innereuropäische Herstellerresonanz ab.

 
 

(22. November 2003)

     

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