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Pfeifenbox |
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Hölzer vom KapDer Südafrikaner Johan Slabbert war bis 1992 als Kriminalpolizist tätig. Nach seiner Pensionierung beschäftigte er sich mit allerlei Holzarbeiten und kam dadurch zur Pfeifenmacherei. Internationale Aufmerksamkeit erregte er nicht nur durch den handwerklichen Standard seiner Produkte, sondern vor allem durch die Verwendung von Bruyere-Alternativen als Werkstoff. |
Johan Slabberts Marke
heißt 'Jobert' . |
War dies, wie er in einem Pfeifenbox-Interview einräumt, eine vor allem ökonomisch bedingte Entwicklung, so traf es zugleich einen Nerv in der Pfeifenwelt: Die Frage nach anderen Hölzern als der Wurzel der Erica arborea ist so hartnäckig wie deren Vorherrschaft. Die Gründe sind schwer zu durchschauen, doch vermutlich spielen gewisse 'unfaire' und 'undemokratische' Eigenschaften des Bruyere eine wichtige Rolle - trickst es den Macher doch oft in letzter Minute mit einem Riesen-Spot aus, und entwickelt es seine volle Perfektion für Konsumenten nur zu einem empfindlichen Preis. Die heimlichen Missgönner des Bruyere-Holzes dürften sich jedenfalls darüber freuen, dass nicht nur Slabbert selbst, sondern auch amerikanische und europäische Raucher (etwa hier: http://www.pfeife-tabak.de, siehe unter 'Pfeifen') den Hölzern vom Südzipfel Afrikas gute Raucheigenschaften nachsagen. Warum hast du nach Alternativen zum Bruyere gesucht? Welche haben sich bewährt. JS: Bruyere zu importieren wäre zu teuer gewesen - in Südafrika rund 90 US Dollar pro Block. Das ist ja schon der Preis einer fertigen Pfeife. Nach einigen Nachforschungen versuchte ich es mit Wild Olive, Lead, Mopane, Black Hookthorne und African Black (Ebenholz). All dieser Holztypen waren für Pfeifen geeignet, aber ich entschloss mich, den Schwerpunkt auf Wild Olive, Lead und Black Hookthorne zu legen. Ebenholz ist übrigens teuer. Seither habe ich auch etwas Bruyere von meinem guten Freund Lothar Winands aus der Schweiz erhalten. Es macht Freude, damit zu arbeiten, - wie mit Wild Olive. Kannst du die Raucheigenschaften dieser Hölzer im Vergleich zum Bruyere beschreiben? JS: Um mich kurz zu fassen: Ich habe persönlich eine große Sammlung Bruyerepfeifen und auch zwei selbstgemachte. Sie sind meine Sammelpfeifen. Meine Lieblingsstücke sind aber aus Wild Olive, Lead und Black Hookthorne. Manche werden oben am Kopf ein bisschen heiß. Das ist eine Folge des dichten Holzes und stellt weder für mich noch für andere [Raucher] ein Problem dar. Wie ist es eigentlich mit der Lebensdauer? Hält eine Pfeife aus Olivenholz genau so lange wie eine aus Bruyere? JS: Meiner Ansicht nach hält Wild Olive länger als Bruyere - wieder liegt es am dichten Holz. Eine Pfeife aus Wild Olive braucht auch nicht eingeraucht zu werden. Man zündet sie einfach an und raucht, bis die Lungen um Hilfe schreien. Du machst neben klassischen Formen ja auch Freehands. So arbeitest du ja mit der Maserung. Gibt es da einen großen Unterschied zwischen der Schnitzerei mit dem dicht gemaserten Bruyere und den loseren Mustern des Olivenholzes? JS: Die Arbeit mit beiden Hölzern macht Freude. Ich kann die Maserung vorher lesen und eine passende Form finden. Einen großen Unterschied gibt es nicht. Man kann mit beiden 'zaubern'. Bruyere enthält ja notorisch oft Fehler. Wie sieht es beim Olivenholz aus? JS: Wild Olive hat die vom Bruyere bekannten Sandpits nicht. Manchmal sind kleine Knoten sichtbar, aber für mich ist das einfach der 'Charakter' des Holzes. Ein Problem mit Wild Olive sind Haarrisse - Pfeifen mit solchen Fehlern sind für die Mülltonne. Manchmal repariere ich sie aber auch und schenke sie Bedürftigen. Ich habe inzwischen eine Methode entwickelt, um das spätere Auftreten solcher Risse zu verhindern. Sie scheint zu funktionieren. Ich gebe auf meine Wild Olives aber eine Garantie und ersetze sie kostenlos, wenn diese Risse auftreten sollten. Du bist heute der bekannteste Pfeifenmacher Südafrikas. Gibt es außer dir vielversprechende Schnitzer? JS: Es gibt zwei andere Carver, nämlich Ebenhart Botha aus Calitzdorp in der Region Karoo, sowie mein Freund und Protegé Leon du Preez, der sehr vielversprechend ist. Bis ich selbst anfing, war Ebenhart Botha der einzige Pfeifenmacher im Land. Wenn du die Möglichkeit hättest, sechs Wochen mit einem Pfeifenmacher deiner Wahl zu verbringen, wen würdest du dir aussuchen? JS: Alle Carver sind Künstler. Ohne die Leistungen anderer Macher schmälern zu wollen, würde ich aber Rolando Negoita wählen. Er ist ein Meister und macht außergewöhnliche Pfeifen. Ich mache auch gern Ungewöhnliches und sagte Freunden, die manche Formen hinterfragen, einfach mit Frank Sinatra: "I did it my way." Hier kann man Johans Pfeifen sehen und kaufen:http://www.jobertpipes.co.za/ |
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(1. Dezember 2003) |
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