Interview

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Le Nuvole kommt

Im vergangenen Jahr produzierte der Italiener Maurizio Tombari 270 seiner Le Nuvoles, vorwiegend für den amerikanischen und einheimischen Pfeifenmarkt. Dort gelten sie als außerordentlich preiswerte Stücke am Rande der echten Highgrade-Zone. Es sind meist leichte Pfeifen, nach europäischem Verständnis klein bis mittelgroß.

 
 

Maurizio Tombari

Die Mehrzahl der Formen stammen von Maurizios Frau Stefania, doch entwirft der Carver auch einige Shapes selbst. In Deutschland sind Le Nuvoles erst mäßig bekannt. Die Tombaris vertreiben ihre gesamte Produktion im Web und erreichen die hiesigen Pfeifenläden somit nicht. Außerdem sind noch keine Stücke mit der beliebten 9mm-Filterkammer verfügbar. Das könnte sich demnächst ändern, wie mir Maurizio in einem Interview verriet.

Könnte es für den deutschen Markt eines Tages Le Nuvoles mit Filter geben?

MT: Ich weiß ja, dass viele deutsche Raucher Filter mögen. Ich habe auch versucht, entsprechende Pfeifen zu machen, aber aufgrund des größeren Zapfens muss ich die Proportionen verändern, und das ist das für meine persönliche 'Pfeifenvision' nicht leicht. Die Ergebnisse haben uns nicht befriedigt, aber kürzlich ist Stefania wieder an den Zeichentisch zurückgekehrt. Sie bedeckt ihn jetzt mit Skizzen von Pfeifen mit Filterkammern. Wir werden sehen.

Wie gradest du deine Pfeifen?

MT: Ich grade nach Maserungsqualität.

Welche Maschinen benutzt du?

MT: Einfache Bohrer, eine kleine Drehbank für die Zapfen, einen elektrischen Schleifer zum Modellieren und für das Finish. Außerdem eine elektrische Bürste zum Polieren der Köpfe und Mundstücke. Das ist alles.

Und womit rustizierst du?

MT: Mit einem Zahnarztbohrer. Das ergibt eine leichte Rustizierung, die Holzfehler gerade einmal kaschiert.

Warum vertreibst du deine Pfeifen eigentlich nur über deine Website?

MT: Bei meiner kleinen Produktion kann ich dadurch lebhaften Kontakt zum Kunden aufrecht erhalten. Außerdem kann ich durch die Vermeidung der Händlerinstanz gute Preise machen.

Apropos Preise: Deine gelten ja als sehr attraktiv. Aber für Deutsche sind die Versandkosten doch recht teuer.

MT: Ich weiß, dass meine Versandgebühren zurzeit hoch sind. Anfangs gab ich meinen Kunden drei Optionen - UPS und zwei preiswertere Dienste der italienischen Post. Leider machten wir bald mit den beiden Postdiensten schlechte Erfahrungen und verloren mehrere Pfeifen. So beschloss ich, der Post den Rücken zu kehren und nur noch einen sicheren, schnellen, wenngleich teuren Weg anzubieten. Darüber hinaus ist UPS der einzige Dienst, der mir für bis zu drei Pfeifen pro Paket einen einheitlichen Preis macht.

Das alles ist nun vier Jahre her. Auf meine Beschwerden hat die italienische Post seinerzeit mit dem Versprechen reagiert, demnächst neue und sichere Dienste anzubieten. Darauf warte ich noch. Zurzeit spreche ich aber auch mit UPS über Rabatte. Ich hoffe, schon sehr bald etwas ankündigen zu können.

 
 

Feine Italienerin: Le Nuvole - zu beziehen nur über Maurizio Tombaris Website: http://www.pipe.it/

   

(14. Oktober 2003)

     

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© 2003 und ViSdP: Martin Farrent