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A Parker is a Parker, is a Parker...Gertrude Steins berühmter Satz von der Rose, die eine bleibt, gilt bei englischen Pfeifen nur bedingt. Eine Barling ist ja beileibe nicht immer eine Barling. Doch eine Parker mutiert trotz aller Werbesprüche der Ebay-Händler auch nicht zur Dunhill. Da hat die Gertrude wieder Recht. |
Dunhill und Parker -
verschwistert, verschwägert, oder was? |
Dass die Firma Parker dereinst von Dunhill gegründet wurde und mitunter Köpfe zuende zimmerte, die von der Weißpunktfabrik abgewiesen worden waren, mindert obige Weisheit nicht. Die Beweisführung kann anderweitig gelesen werden. Ganz kurz nur dieses: Parker hat auch immer schon - und seit langem überwiegend - ganz eigene Pfeifen gemacht. Noch mehr gilt dies für die Dunhill-Anhängsel Hardcastle und Masta. Da kann auf Ebay noch so oft beschönigt werden. Der - zuweilen verdächtig bereitwillige - Griff der Artikelbeschreiber zum schlechten Pfeifenbuch schafft zwar schöne Träume, doch im Ergebnis eher mittelprächtige Sammlungen. Besonders betroffen sind wegen ihrer oftmals verworrenen Geschichte gerade englische Marken. Wer den Selbstbetrug liebt, mag den Parker-Verkäufer bereichern. Er macht - bei entsprechender Preisdisziplin und rein objektiv gesehen - keinen so großen Fehler. Als Faustregel kann gelten, dass der Käufer einer Parker selten enttäuscht wird - es sei denn, er wünschte sich eigentlich eine Dunhill. Und so wird er vermutlich meist enttäuscht. (Wie ist es in der Liebe? Wer die eine nimmt, weil er die andere nicht kriegt, tut sich selbst und der einen nur selten einen Gefallen. Was freilich weder über die eine noch über die andere viel aussagt.) Betrug oder Unwissenheit Manch anderes Spielchen mit den Markenhistorien grenzte schon an Betrug, müsste man nicht eher Unwissenheit vermuten. "Da sind zunehmend Leute am Werk, die sich mit der Materie überhaupt nicht auskennen", sagte Online-Händler Stefan Rajek aus Dortmund. "Oft sind das einfach nur Trödelhändler, die Haushaltsauflösungen machen und irgendwann spitz gekriegt haben, dass sich Pfeifen ganz gut verkaufen lassen." Größeren Schindluder betreiben die Ebay-Dichter beispielsweise mit Barlings. Da werden Stücke als 'pre-transition' Schätzchen angepriesen, obwohl ihr vierstelliger Zahlencode dies nahezu ausschließt. Hier scheint der Blick ins Taschenbuch gern besonders kurz auszufallen (merkwürdigerweise aber immer lang genug, um das magische Etikettlein 'pre-transition' aufzuschnappen). Zur Klärung: Eine Pre-transition ist schon eine ausgereifte Sammlerpfeife und besitzt - vor allem in den Staaten - je nach Zustand einen recht stattlichen Wert. Praktisch gar nichts wert sind hingegen noch so schonend behandelte Wühlkorbjuwelen aus den 80er und 90er Jahren. Um 1960 war mit 'pre-transition' nämlich Schluss. Danach gab's eine Gnadenfrist - genannt 'Transition' -, in der sich die Pfeifen von Barling wenigstens noch rauchen ließen. Und dann? Na, vermutlich verbrennt der Tabak auch in jüngeren Barlings leidlich, doch darüber reden nur wenige Sammler in der Öffentlichkeit. Covern mit Cadogan Es geht weiter: Eine GBD ist nicht deshalb schon alt und begehrenswert, weil sie zehn Jahre im Gartenteich verbracht hat. Gesucht werden nämlich Stücke aus der Zeit vor den frühen 80ern, als die Cadogan-Gruppe GBD, BBB, Loewe, Comoy und Orlik in eine einzige Fabrik an der englischen Ostküste sperrte - und scheinbar bei Wasser und Brot verkümmern ließ. Die Unterscheidung der Generationen per Stempologie ist hier schwierig, doch eine Recherche im Web hilft weiter (siehe unten). Grundsätzlich ist zu sagen, dass spätere Pfeifen der genannten Marken praktisch nur den Namenszug mit ihren ehrbaren Vorfahren gemeinsam haben. Dass dabei noch heute die Londoner Herkunft gestempelt wird, grenzt an Prophezeiung. Bis zum Cadogan-Werk in Southend hat sich der hauptstädtische Moloch bislang allenfalls inoffiziell ausgedehnt. Charatans? Auch so ein Fall. 'Noch aus englischer Produktion' müssen sie also sein? Da irrt der Ebay-Dichter: Die allermeisten Sammler suchen nicht einfach nach englischen, sondern nach 'echten' Charatans aus der Zeit vor der Übernahme dieser Traditionsfirma durch die Dunhill-Gruppe. Auch der gern angeführte 'typische Doppelbiss' hat herzlich wenig zu sagen. Jahrzehnte lang wurden Charatans ohne diesen Firlefanz vertrieben, den Charatan-Päpstin Ivy Ryan als den "wahrscheinlich größten Fehler" der gesamten Markenhistorie ansieht. Ihren Informationen zufolge wurde er 1960 eingeführt, also 'nur' etwa 18 Jahre vor dem Ende der Eigenständigkeit. Demnach wäre das Treppchenmundstück sogar eher als Merkmal der Spätgeburt zu betrachten. Sasienis und die Suche nach der Wahrheit Was schließlich eine gute Sasieni ist und was eine doofe, weiß auch der Verfasser dieser Zeilen nicht. Amerikaner sammeln die einen und meiden die anderen. Wer letztere doch einmal versehentlich erwischt, verramscht sie offenkundig lieber im deutschen Ebay als im eigenen Land, wo Gegenwehr mitunter heftig ausfällt. Darum unternahm der Verfasser gleich das einzig Richtige und machte sich auf die Suche nach Informationen zur Geschichte dieser Marke - etwas, das jeder Ebay-Käufer im Unsicherheitsfalle dem Schnellschuss in den eigenen Fuß vorziehen sollte. Das gilt auch 30 Sekunden vor Auktionsschluss, wenngleich dann für eine Recherche keine Zeit mehr sein dürfte. Merke: Lieber ein mögliches Schnäppchen verpassen als der Jagd auf Schnäppchenjäger zum Opfer fallen... und damit es in diesem Artikel nicht nur vor Sarkasmus strotzt, folgen ein paar brauchbare Links zur Bestimmung der wahren Perlen - mit besagten Sasienis angefangen. Die
Geschichte der Sasieni: Zur
Unterscheidung alter und neuer Loewes: Cadogan allgemein (Loewe, GBD, Orlik,
BBB, Comoy's): Über die GBD-Serien:
Barling - gestern und heute: Wie
verwandt sind Parker und Dunhill? Charatan's-Plädoyer mit Datierungshilfe: |
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(29. Oktober 2003) |
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