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Pfeifenbox |
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| England |
Macht Dunhill nun Charatan wieder fit?Galt der Untergang der englischen Qualitätspfeife bis vor kurzem als besiegelt, weisen Brancheninsider jetzt auf eine unerwartete Entwicklung hin. Ausgerechnet tot geglaubte Marken wie Charatan und Ben Wade erwachen zu neuer Blüte - dank eines eher überraschenden Wohltäters. |
Charatan's aus den frühen
60ern - kehrt dieser Glanz zurück? |
"Verglichen mit dem Stand vor drei Jahren hat sich die Qualität erheblich verbessert", sagt ein angesehener amerikanischer Händler zur heutigen Charatan-Produktion. "Aus der handwerklichen Perspektive sind die Pfeifen sogar besser als zur Lane-Zeit [in den 60er Jahren]. Man muss allerdings dazu sagen, dass Charatans seinerzeit an der Spitze des Trends lagen. Die Themen von damals haben aber inzwischen 30 Jahre Zeit gehabt, sich weiter zu entwickeln. Bilder von Picasso sind wertvoll - Picasso-artige Bilder aus den 80er und 90er Jahren nicht." Fast erstaunlicher dürfte für viele Pfeifenfreunde die Tatsache sein, dass hinter der Revitalisierung der einstigen Konkurrenzmarke ausgerechnet Dunhill steckt. "Wie Sie wahrscheinlich wissen, haben wir inzwischen Charatans, Invicta, Simmons, Hardcastle und kleinere Firmen übernommen", sagt Marc Burrows vom Dunhill-Stammhaus in der Londoner Jermyn Street. Schon einmal, in den späten 70er Jahren, hatte Dunhill den bis dahin ärgsten Rivalen unter seine Fittiche gebracht, rund zehn Jahre später aber abgestoßen. Seither ging's mit Charatan in den Augen der Pfeifenwelt ganz steil talwärts - ein Umstand, der auch Dunhill gelegentlich zur Last gelegt wurde. Übernahme, vor allem aber Trennung wurden der Weißpunktfirma als Meuchelmord an der Mitbewerberin ausgelegt. Jüngere Charatans aus französischer Produktion gelten als traurige Karikaturen ihrer historischen Vorbilder. Doch wenn die Qualität wieder steigt, zieht der Ruf vielleicht bald nach (so schwer ein Comeback in der Pfeifenwelt auch sein mag). Charatans von Fromm? Offenkundig mischt Dunhill - trotz angeblicher Pfeifenferne und Krawattenliebe des Managements - in seiner Stammbranche derzeit gerne wieder mit. Die Zukäufe der vergangenen Jahre beinhalten durchaus mehr als bloße Firmenschilder - insbesondere mit Invicta ging Dunhill ein dicker (menschlicher) Fisch ins Netz. "Ich weiß nicht genau, wer was tut", sagt der US-Händler. "Ich glaube aber, dass viele der [neueren] Charatans und Ben Wades von Colin Fromm gemacht werden." Das wäre in der Tat eine gute Nachricht für Charatan-Nostalgiker; denn der einstige Invicta-Mann gehört zu den wenigen verbliebenen englischen Carvern von persönlichem Weltruf. Bei Dunhill arbeitet man, so scheint's, ganz ernsthaft an der Wiedergeburt des 'Wettbewerbs'. Warum auch nicht? Burrows zufolge hat der Untergang vieler der übrigen englischen Traditionsmarken die Weißpunkt-Verkaufszahlen kaum berührt. "Wir hatten immer schon unsere eigene Kundengruppe. Seit der Schließung anderer Firmen hat es keinen feststellbaren Zuwachs gegeben." Mag dies nicht doch am allgemeineren Niedergang der Pfeifenraucherei liegen? Burrows bestätigt zwar einen Rückgang seit den späten 80er Jahren, scheint aber auf eine Umkehrung des Trends zu setzen. "Ich erkenne eine Zunahme bei jüngeren Leuten, die heute Pfeifen kaufen. Es [das Pfeifenrauchen] geht nicht kampflos unter. Es wird noch lange eine Rolle spielen." |
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(12. November 2003) |
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© 2003 und ViSdP: Martin Farrent