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US-Kongress erschwert TabakversandIn den USA droht ein Gesetz, den Versandhandel mit Tabak zu erschweren oder gar praktisch zu verbieten. Im gelobten Land der Internet-Pipe-Shops werten Händler die Pläne der Politiker als existenzgefährdend. |
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Offiziell wird im Kongress derzeit an einer Gesetzesverschärfung gearbeitet, um die Steuerhinterziehung beim Tabakhandel über Bundesstaatsgrenzen hinweg zu bekämpfen. Eigentlicher Hintergrund sind dabei fehlende Steuereinnahmen aus dem Versand von Zigaretten. Händler sollen nun verpflichtet werden, anstehende Tabaksteuer an den jeweiligen Bundesstaat des Empfängers zu entrichten (dafür war bislang der Käufer zuständig). Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Absichten des Repräsentantenhauses und einer vom Senat verabschiedeten Vorlage. Während im Repräsentantenhaus lediglich von Zigaretten und Kautabak die Rede ist, bezieht sich ein kurzer Zusatzpassus in der Senatsvorlage plötzlich auf jegliche Tabakwaren - und verbietet sogar explizit den Postversand solcher Güter. Offenbar haben sich hier Senatoren eingebracht, deren Motivation über den eigentlichen Sinn der geplanten Maßnahme hinaus geht. Händler hoffen, dass ein umfassendes Postverbot in der Vermittlung zwischen den beiden Kongresskammern vom Tisch gefegt wird. Sie fürchten allerdings, dass aufwändige Versteuerungsverfahren dann auch Pfeifentabak und Zigarren betreffen werden. Praktisch wäre dann jeder Einzelverkauf an Konsumenten bei deren heimatstaatlichen Finanzbehörden meldepflichtig - eine "unmögliche Aufgabe", wie sich Pfeifentabakhersteller in einem Protestaufruf an die Internet-Diskussionsgruppe ASP empörten. Aufgrund der Formalitäten dürfte das Verfahren nach ihrer Darstellung auch "prohibitiv teuer" ausfallen. Auf Konsumentenseite sind vor allem jene Pfeifenraucher verängstigt, die außerhalb der Ballungszentren und damit fernab gut sortierter Fachläden leben. Für sie ist die Tabakbestellung so selbstverständlich wie die Zeitungszustellung - sie fürchten, künftig auf die überall erhältlichen 'Drugstore-Blends' (Supermarktsorten) beschränkt zu sein. In Briefen wenden sich Pfeifen- und Zigarrenraucher nun an Politiker, um deutlich zu machen, dass der Versandhandel mit 'Edelrauchwaren' ganz anders motiviert ist als das Internetgeschäft um die billigsten Zigaretten. Mel Feldman von The Smoker Ltd. betrieb früher einen Laden mit Laufkundschaft, stieg aber auf das Internet um und unterhält mit einem Sortiment von etwa 3500 neuen und gebrauchten Pfeifen eines der größten Pipe-Webstores überhaupt. Aufgrund der 70jährigen Tradition seiner Firma in Albany, New York, bedient er aber auch eine große Anzahl Kunden mit individuellen Tabakmischungen. In einem kurzen Interview sagt er der Pfeifenbox, dass er wenig Hoffnung sieht, den Gesetzgeber doch noch zu beeinflussen. Mit einigen tausend Pfeifen auf Lager gehörst du zu den größten Pfeifenhändlern im Netz - vor allem im Estate-Bereich. Du verkaufst im Internet allerdings auch Tabak. Wie würde dich eine Erschwerung des Versandhandels treffen? MF: Ich glaube, das vorgesehene Gesetz würde meine Verkäufe stark treffen. Außer meinen Haustabaken habe ich einige tausend Privatmischungen von Kunden im Computer. Einige kaufen nur einmal jährlich, doch sind viele auch monatliche Käufer. So, wie es schon jetzt in New York steht, muss ich den Finanzbehörden die Nachnamen und Heimatstaaten der Kunden mitteilen, wenn es um unversteuerte Verkäufe außerhalb des Bundesstaates geht. Wenn die neuen Bestimmungen durchkommen, sind sämtliche Verkäufe betroffen - nicht nur im Internet, sondern alle Versandbestellungen. Das wird deshalb auch alle Händler treffen. Siehst du mögliche Auswirkungen auf Pfeifenverkäufe? MF: Naja, die Sache wird mein Gesamtgeschäft stark beeinträchtigen. Allerdings berühren die gegenwärtigen Vorlagen den Handel mit Pfeifen nicht. Aber wer weiß, was die Zukunft noch bringt? In der amerikanischen Pfeifenszene gibt es Stimmen, die sich für den Kampf gegen restriktive Gesetzgebung aussprechen. Welche Erfolgschance gibst du ihnen? MF: Ich habe wenig Hoffnung, dass dieses Gesetz verhindert werden kann. Bereits in der Vergangenheit hatten wir keinen Erfolg im Kampf gegen raucherfeindliche Gesetze. Wenn die Tabakfirmen, Großhändler, Einzelhändler und Pfeifenraucher keinen Weg finden, sich zusammen zu raufen, gehen wir unter. Ein paar Wählerstimmen zählen da überhaupt nichts. Die einzigen starken Argumente liegen in echten Zahlen und im drohenden Verlust von Arbeitsplätzen in dieser Branche. |
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(10. Februar 2004) |
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© 2004 und ViSdP: Martin Farrent