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Pfeifenbox |
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| Raucheigenschaften |
Talbert macht den TestNach der Devise "leichter gleich besser" versuchen sich erfahrene Raucher beim Pfeifenkauf vom niedrigen Gewicht der begehrten Stücke zu überzeugen. Sie gehen davon aus, dass wirklich trockenes, leichtes Holz weniger geschmacksbeeinträchtigende Stoffe enthält und auch die Kondensate des Rauchvorgangs besser verkraftet. Der amerikanische Highgrader Trever Talbert kam jedoch bei einem Experiment zu einem modifizierten Schluss: Der Weg ist demnach wohl wichtiger als das Ziel. |
Die Placebo-Pfeife
(unten) blieb heller als die übrigen. |
Trever fertigte identisch geformte Pfeifen aus jahrzehntelang abgelagerten Rohlingen an und verschickte jeweils vier an ausgewählte Testraucher. Pro Sendung eine Pipe blieb als Placebo-Stück unbehandelt, während die übrigen drei Köpfe unterschiedlichen Verfahren mit haushaltsüblichen Mitteln und Geräten unterzogen wurden. Alle drei büßten dabei deutlich Gewicht ein - bis zu 13 Prozent weniger wogen sie nach dem Entzug verbliebenen 'Naturdrecks' aus dem Holz. Das übereinstimmende Urteil Talberts und seiner Blindtester dürfte überraschen: Die allerleichtesten Pfeifen erwiesen sich aufgrund der angewandten Methode als völlig unbrauchbar (sie schmeckten nach verbrannten Pommes), wohingegen die 'schweren' Köpfe der unbehandelten Placebos die besten Allround-Ergebnisse mit unterschiedlichen Tabaksorten erzielten. Die übrigen beiden behandelten Pfeifen zeigten zwar deutliche Stärken mit bestimmten Blends, gaben sich im Universaleinsatz jedoch bescheiden. "Du kannst Geschmack in die eine oder andere Richtung verfeinern", resümiert Trever, "aber stets auf Kosten anderer Aspekte. Echte Gesamtverbesserungen sind extrem rar. Am Ende lautet das Problem all dieser Methoden, dass sie zusätzliche Kosten und Arbeit verursachen. Dabei hast du selbst erlebt, dass im Vergleich zur einfachen Lufttrocknung keine einen rundum überzeugenden Vorteil bringt." Ob Gewichtsverlust wirklich das Ziel aller Bestrebungen sein sollte? Trever ist nunmehr skeptisch. "Das Endresultat hängt offenbar weit stärker vom jeweiligen Verfahren als davon ab, ob du die vermeintlichen Störstoffe restlos aus dem Kopf entfernen kannst." Spezialpfeifen Interessant bleibt dennoch die Feststellung, dass man Pfeifen für bestimmte Tabakrichtungen vorpräparieren kann. So wies eine der Versuchsserien eine bemerkenswerte Affinität zu Virginia/Perique auf - und vermählte sich nach einigen Füllungen überaus symbiotisch mit Three Nuns. Einer anderen verlangte es nach süßen Aromaten der stärkeren Sorte, während sie im Latakia-Einsatz grandios versagte. Nach Trevers Aussage ließe sich praktisch jeder Tabaktyp theoretisch 'voreinstellen' - allerdings wohl auf Kosten aller anderen. Ob es für derart festgelegte Pipen einen Markt gibt, steht derzeit in den Sternen. Es käme auf den kommerziellen Versuch an. Der Erfolg müsste den deutlich höheren Produktionsaufwand rechtfertigen, sagt Talbert. Doch scheint er ihn nicht auszuschließen. Der Test hat ihn scheinbar doch ermutigt: "Von zehn Ideen erweisen sich neun in der Praxis als enttäuschend bis grauenhaft. Insofern hattet Ihr diesmal Glück. Zwei der drei veränderten Pfeifen ließen sich immerhin leidlich rauchen." So bekommt jeder Tester demnächst zwei weitere Pfeifen ins Haus geschickt. Trever hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man die entsprechenden Verfahren noch ein wenig tunen kann. Daher steht auch für diesen Artikel zu vermuten: 'Fortsetzung folgt... ' |
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(28. April 2004) |
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© 2004 und ViSdP: Martin Farrent