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Pfeifenbox |
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| Interview |
"Jeder ist auf seine Art der Größte"Für seine European Pipe & Tobacco Show im August hat Piepenhoeker Rolf Osterndorff inzwischen eine bemerkenswerte Teilnehmerliste veröffentlicht. Es kommt ein Großteil der deutschen und dänischen Topstars - aus Schweden sogar Bo Nordh. Aber auch andere Pfeifenländer schicken ihre Besten. Insbesondere ist eine Europa-Premiere der Amerikaner zu erwarten. |
In Cuxhavens
Kurparkhalle trifft sich im August die Pfeifenelite. |
Eine Starbesetzung ist aber nur der erste Schritt zu vollen Hallen. In einem Pfeifenbox-Interview macht Rolf deutlich, dass seine Bemühungen nun der Besucherwerbung gelten. Chicago-Organisator Frank Burla sagte der Pfeifenbox kürzlich sinngemäß, dass eine Show eine Attraktion, ein Zugpferd braucht. Welche Hauptattraktion hältst du für Cuxhaven bereit? RO: Die Hauptattraktion sind die Pfeifenmacher und Aussteller, die sich spontan bereit erklärt haben zur Schau zu kommen und diese erst ermöglichen. Man braucht sich nur meine vorläufige Ausstellerliste anzuschauen, und die Schaukundigen und auch hoffentlich alle anderen sehen, dass es eine so geballte und gebündelte Macht an Weltstars der Pfeifenmacherkunst in dieser Konstellation kaum jemals irgendwo gegeben hat. Legenden wie Viggo Nielsen und Günter Kittner haben zugesagt - ja, sogar Bo Nordh selbst will kommen. Aber wen soll ich da herausstellen? Jeder ist auf seine Art der Größte. Ich würde mir wünschen, dass die Kunde von der Pfeifenschau in der diesjährigen Besetzung bis in den letzten Winkel des Planeten dringt und Genießer des blauen Dunstes auf den Weg nach Cuxhaven bringt. Ich glaube selbst nicht daran, dass sich das noch einmal wiederholen lässt, und die Aussteller haben es verdient, dass ihr Engagement entsprechend gewürdigt wird. Ich werde versuchen, die Schau von Anfang bis Ende zu filmen, damit der Nachwelt ein Dokument davon erhalten bleibt. Mancher mag das für übertrieben halten - aber sie kennen ja nicht das Gefühl, zwischen denen zu stehen, von deren Pfeifen man ansonsten nur träumt. Das muss man erlebt haben. Welchen Vorteil haben die teilnehmenden Hersteller zu erwarten? Werden sie finanzielle Gewinne machen oder sollten sie die Show eher als Kontaktbörse und Öffentlichkeitsforum betrachten? RO: Das muss man differenziert betrachten. Ich erwarte als Aussteller auf einer Schau nicht, dass ich Mengen verkaufe und mit prall gefüllten Taschen nach Hause fahre. Ich nehme 500 Visitenkarten mit und verteile so viele wie möglich. Das bedeutet, sich mit Leuten zu unterhalten, Kontakte zu knüpfen - sich verkaufen. Die einen können es besser - andere lernen es nie [lacht]. Ich merke dann in der Zeit von einer Schau zur nächsten an meinen Umsatzzahlen ob ich mich gut verkauft habe oder nicht. Und mit jeder Schau, an der man teilnimmt, lernt man etwas dazu. Meine eindeutige Meinung also: Die teilnehmenden Aussteller werden finanzielle Gewinne machen, wenn sie die Schau als Kontaktbörse und Öffentlichkeitsforum zu nutzen wissen. In Deutschland ist ja eine relative Dichte guter Pfeifenläden gegeben - nicht aber in manchen anderen EU-Läden. Vorstellbar ist doch, dass ein Sammler aus Frankreich oder England die Show im 'amerikanischen Stil' nutzt - als konzentriertes Forum für effiziente Käufe. Wie aber erreichst du die Sammler in anderen EU-Ländern, damit sie von dem Ereignis erfahren? RO: Die Aussage, dass es in Deutschland ja eine relative Dichte guter Pfeifenläden gibt, impliziert, dass es sich für deutsche Genießer des blauen Dunstes eigentlich erübrigt, die Pfeifenschau zu besuchen. Das kann ich so nicht stehen lassen. Wir haben einen hervorragenden Fachhandel, und der gibt sich alle Mühe. Aber das hat mit einer Schau nichts zu tun. Ich kann auch einen Handstand machen und bin deswegen kein Zirkus. Es ist nicht nur vorstellbar, sondern wünschenswert und Ziel der Veranstaltung, dass Sammler und Tabakfreunde aus aller Welt kommen. Je mehr Besucher aus aller Herren Länder kommen, desto mehr demonstrieren wir geballte Macht gegen verlogene Gesundheitsapostel und Rauchverbote. Wollen wir hier amerikanische Verhältnisse und zum Rauchen vor die Tür gehen, wenn wir in einer Kneipe oder einem Restaurant unser Bier trinken? Ich unterrichte alle Medien von der Veranstaltung. Ob sie darüber berichten, kann ich nicht beeinflussen. Ich benachrichtige weltweit jeden Pfeifenklub und Stammtisch, von dem ich eine Adresse habe. In Lissabon habe ich mit den Leuten vom Pipe Club of Portugal zusammen gesessen. Ich bin Mitglied im Pipe Club of Norfolk, und der Pipe Club of London weiß Bescheid. Ich habe Kunden in Hongkong, Singapur, Taiwan, Schanghai, Madrid, Moskau, Kiew, Hollywood, Chicago, New York, Anchorage und Hawaii, die unterrichtet sind. Ich bin Mitglied in sieben internationalen Online-Foren. Der Weltverband der Pfeifenraucherklubs ist unterrichtet und die Landesverbände. Für die Deutsche Meisterschaft im Pfeifelangsamrauchen bekommt der Klub Westersode als Veranstalter im Mai 200 Wettkampfpfeifen von mir. In dem Zuge kaufe ich auch gleich die Pfeifen für das Wettkampfrauchen im August auf der Schau ein. Der Rauch- und Unterstützungsklub Westersode wird das Wettkampfrauchen nach internationalen Regeln auf unserer Schau durchführen. Ich stifte einen Pokal, und das Wettkampfrauchen um den European Pipe Show Award' wird jedes Jahr stattfinden. Wir werden eine stille Auktion haben, und auf der Vorschau am Freitag biete ich allen Sammlern - kommerziellen und nichtkommerziellen - einen halben Tisch kostenlos, um Pfeifen zu zeigen, tauschen und zu verkaufen. Das gibt es, soweit ich weiß, außer in Cuxhaven nur in Chicago. Alle, die Chicago nicht kennen, können sich im Grunde genommen gar nicht vorstellen, welche Möglichkeiten ich hier mit der Schau biete. Von daher wird von Jahr zu Jahr ein Lernprozess stattfinden und die Veranstaltung wird sich manifestieren. Du hast ja ein paar der etablierteren Amerikaner auf deiner Ausstellerliste. Könnte Cuxhaven den Beginn einer amerikanischen Pfeifenwelle in Europa markieren? RO: Absolut! Wenn das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt, ist alles möglich. Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, auch wenn einige Leute das aus unerfindlichen Gründen versuchen. Der Markt hat seine eigenen Gesetze und bereinigt sich selbst. Die Vereinigung Europas, die Globalisierung und die explosive Entwicklung des e-commerce haben natürlich auch Auswirkungen auf unsere Branche. Mein Großvater hat 1930 seinen kleinen Tabakladen eröffnet. Man führe sich mal die rasante Entwicklung seither vor Augen. Bis ich Frank Burla kennen lernte, konnte ich mir nicht vorstellen, wegen Pfeifen nach Amerika zu reisen. Heute fühle ich mich dort dank Frank innerhalb kürzester Zeit zuhause. Warum soll das nicht auch für amerikanische Pfeifenmacher in Europa gelten? Einige werden sich hier etablieren, und andere werden schnell ihre Illusionen verlieren und auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Die Schau in Cuxhaven bietet jedenfalls eine hervorragende internationale Plattform. Frank Burla hat eine tolle Mannschaft um sich versammelt und vor allem hat er es verstanden allen zu vermitteln: Auf der Chicago Show sind wir alle eine Familie. Ich werde alles versuchen, in die Nähe der ungezwungenen, freundlichen Atmosphäre Chicagos zu kommen. Dann wird die European Pipe & Tobacco Show in Cuxhaven ein Sprungbrett auf den europäischen Markt. |
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(15. Februar 2004) |
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